Internationale Finanzinvestoren, die ganze Stadtteile aufkaufen und der Hauptstadt damit langsam aber sicher das unverkennbare Gesicht rauben, waren der persönliche Albtraum aller echten Berliner.
Doch dieses Schreckensbild gehört offenbar der Vergangenheit an, denn aus einer aktuellen Studie geht hervor, dass im vergangenen Jahr die meisten Käufer der Geschäftsräume tatsächlich aus dem Inland kamen und hauptsächlich sogar Berliner Privatpersonen waren. Die Berliner kaufen sich also ihre eigene Stadt einfach wieder zurück.
Die Rückeroberung Berlins
Viele Immobilien, die zum Teil sogar auf Plattformen wie immonet zu finden sind, waren einst in der Hand skandinavischer, spanischer oder irischer Investoren, kehren aber nun wieder in die Hand von Berliner Unternehmen zurück. Es ist ja nicht so, dass die Berliner die Firmen aus dem Ausland nicht gerne beherbergen und die wirtschaftlichen Vorteile verschmähen würden, doch seit dem Jahr 2006 nahm das Ganze doch derartige Ausmafle an, dass den Berlinern angst und bange wurde. Nun scheinen aber auch die Berliner Investoren in ihre eigene Stadt zurückzufinden. Exemplarisch kann Faber-Castell genannt werden, die sich nun auch längerfristig in der Bundeshauptstadt niederlassen wollen.
So etwas fällt der Berliner Bevölkerung durchaus positiv auf und die Neigung der neuen Eigentümer, ihre frisch erworbene Immobilie dauerhaft zu halten, scheint im Umkehrschluss auch wieder für Berlin zu sprechen. Viele Branchenexperten führen das deutlich gestiegene Interesse der heimischen Privatpersonen und Unternehmen an Berliner Objekten unter anderem auf die europäische Schuldenkrise zurück.
Wenn Stabilität und Wertschöpfung die höchsten Güter sind und man anderenorts ein größeres Risiko eingehen würde, liegt die Entscheidung für Berlin natürlich nahe! In der Bundesrepublik Deutschland gibt es keinen Wohn- und Geschäftshaus-Markt, der es mit Berlin aufnehmen könnte. Richtige Berliner Geschäftshäuser, die meist um die vorletzte Jahrhundertwende herum errichtet wurden, sind wieder so gefragt wie schon lange nicht mehr.
Die Verkäufe steigen weiter
Nach Angaben des Gutachterausschusses für Grundstückswerte waren die Verkaufszahlen von Wohn- und Geschäftshäusern im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres um fast ein Drittel gestiegen. Diese Entwicklung sehen die meisten Berliner mit Wohlwollen und viele der Firmennamen sind ihnen lieb und wohlbekannt!
Interessant sind diese Häuser auch gerade für kleinere Unternehmen und Privatleute mit entsprechender Solvenz, weil der gröflte Teil dieser Geschäftsflächen durchaus erschwinglich ist. Das durchschnittliche Objekt kostete allerdings vor rund zwei Jahren lediglich rund 1,3 Millionen Euro, während der Preis gegenwärtig bei 2,1 Millionen liegt. Schuld daran trägt wohl die stark gestiegene Nachfrage und das ebenfalls gestiegene Mietniveau des Jahres 2011. Experten sind der Ansicht, dass es auch in diesem Jahr keine Abkehr von diesem Trend geben wird.
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